Never Grey, Toujours Fleurie
Paris, 1932 – Rue des Martyrs
Man erkannte sie schon von Weitem. An ihrem extravaganten Hut, über und über mit Rosen geschmückt. An ihren tiefroten Lippen. Und vor allem an ihren Augen, die sie jeden Morgen mit schwarzem Kajal in kleine Kunstwerke verwandelte.
Ihr Name war Fleur Delacroix.
Sie war Floristin, allerdings eine ungewöhnliche. In ihrem kleinen Blumenatelier in Pigalle verkaufte sie keine gewöhnlichen Sträusse. Fleur kreierte Blumenarrangements für die grossen Bühnen, die verrücktesten Feste und die heimlichen Liebesgeschichten von Paris.
Jeden Morgen steckte sie sich eine Rose in den Hut. Für jede grosse Liebe eine andere. Mit den Jahren wurde ihr Hut immer üppiger. Und ihre Augen immer dramatischer geschminkt.
Man munkelte, sie ziehe die schwarzen Linien so weit unter ihre Augen, damit niemand erkennen könne, wann sie zuletzt geweint hatte. Jedoch war Fleur keine Frau, die sich von gebrochenen Herzen unterkriegen liess. Sie verwandelte ihre Erinnerungen in Blumen, ihre Tränen in Farbe und ihre Enttäuschungen in extravagante Hüte.
Und wenn sie abends die Tür ihres Ateliers abschloss, zwinkerte sie ihrem Spiegelbild zu:
"Das Leben ist zu kurz für langweilige Hüte und ungeschminkte Augen."
Masse: 2 x 30x60 cm
Entstehungsjahr: 10/2026
Medium: Sand, Bitumen, Papiermotiv, Acrylspray und Acrylfarbe auf Leinwand
Technik: Mixed Media Collage
